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Tipps Vorweg: Astrofotografie hängt von so vielen Faktoren ab, von der Qualität des Nachthimmels, von den Unzulänglichkeiten der Nachführung, von der Aufstellung der Montierung, vom Fernrohrtyp, vom verwendeten Film, sogar vom Fotolabor! Möglichkeiten, Fotos anzufertigen, gibt es genug. Die einfachste Art ist, die Kamera “Huckepack” auf das Fernrohr aufzusetzen und dieses nachzuführen. Mit dieser Methode können bereits mit Normalobjektiven große Sternfelder fotografiert werden. Ein Nachführmotor ist dabei eine große Hilfe. Wer etwas handwerklich begabt ist, kann einen Adapter, der die Fotokamera hält, selber bauen. Die zweite Methode ist etwas schwieriger. Wenn man das Fernrohr selbst als Objektiv nimmt, (Fokalfotografie), ist man auf eine sehr genaue Nachführung und vor allem auf eine stabile Montierung angewiesen. Außerdem muß eine Handsteuerbox angeschlossen sein, mit der man in der Lage ist, einen Nachführstern in den Bewegungen zu beeinflussen. Das soll heißen, dass keine Montierung in der Lage ist, so genau nachzuführen, dass ein Leitstern exakt in der Bildmitte stehen bleibt. Er bewegt sich je nach Qualität der Montierung hin und her. Das ist auf kleinste Fehler in der Nachführmechanik (Antriebsschnecke und Rad) zurückzuführen. Mit einem beleuchtbaren Fadenkreuzokuler wird der Stern die ganze Zeit über beobachtet und die Bewegungen mit der Steuerbox beeinflusst. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen bei langen Belichtungszeiten. Dazu sollte man ausgeschlafen sein. Natürlich gibt es auch dafür elektronische Nachführhilfen. Eine CCD Kamera übernimmt die Nachführung. Das geschieht folgendermaßen: ein Stern wird aufgenommen, ein zweiter sofort danach, die Positionen beider Sterne werden miteinander verglichen, die Abweichungen werden an die Steuerung weitergegeben. Das geschieht fortlaufend. Man kann während der Aufnahme irgendwas anderes machen, z.B. mit einem anderen Gerät beobachten. Eine schöne Sache, wenn da nur nicht die hohen Anschaffungskosten wären...! Astrofotografie kostet Geld. Ein schönes, gut nachgeführtes und ausbelichtetes Bild bedarf neben den Eingangs aufgeführten Faktoren einer stabilen Ausrüstung. Diese muß so ausgelegt sein, dass nicht gleich jeder Windstoß das Fernrohr in Schwingungen versetzt. Oftmals trifft man am Markt Geräte an, die für das mitgelieferte Stativ und die Montierung zu groß sind. Gehen Sie den umgekehrten Weg: Fragen Sie schon beim Kauf nach der Möglichkeit zu fotografieren. Lassen Sie sich nur von Verkäufern beraten, die sich damit gut auskennen. Die Aussage, dass man an jedes Fernrohr eine Kamera anschließen kann und entsprechende Adapter im Zubehör bekommen kann, reicht nicht! Versuchen Sie auch auf jeden Fall, Kontakt mit einem Verein oder Sternwarte aufzunehmen. Dort werden Sie in den allermeisten Fällen besser beraten als im Kaufhaus oder beim Optiker. Welche Fernrohre eignen sich für die Fotografie? Die Optik sollte so lichtstark sein, dass die Belichtungszeiten für die Deep Sky Fotografie nicht zu lang werden. Aber nicht zu lichtstark, damit der Bildhintergrund nicht zu schnell grau wird. Gut bewährt haben sich Newton Teleskope oder Schmidt Cassegrain Teleskope. Hierfür gibt es alles erdenkliche Zubehör für die erfolgreiche Fotografie. Ich selbst habe immer schon den Schmidt Cassegrain Geräten den Vorzug gegeben. Dieser Fernrohrtyp ist durch seine Bauart für alle Bereiche der Fotografie und Beobachtung universell einsetzbar. Newton Fernrohre sind zwar lichtstärker, aber auch aufgrund ihrer Bauart unhandlicher. Für Newtons braucht man sehr stabile Montierungen, weil die Hebelwirkung der langen Rohre viel größer ist als bei einem Schmidt Cassegrain gleichen Durchmessers. Refraktoren eingnen sich auch für die Fotografie, wenn sie genügend lichtstark sind. Ein Refraktor, lichtschwächer als f/10 eignet sich kaum für Fotografie von lichtschwachen Deep Sky Objekten, weil die Belichtungszeiten bei Film zu lang werden. Die Montierung Die Montierung ist zunächst wichtiger als die Optik. Sie muß stabil sein und ein stabiles Stativ als Unterbau haben. Es müssen zwei Motoren anschließbar sein, die über eine Handsteuerbox ansteuerbar sein müssen. Wie Eingangs erwähnt ist, läuft keine Montierung so genau, dass ein Stern im Bildfeld exakt in der Bildmitte stehen bleibt. Sie müssen also die Nachführung beeinflussen können. Außerdem muß der Azimut und die Polhöhe über eine Feinjustierung einstellbar sein. Sie müssen in jedem Fall vor der Fotografie die Montierung genau einnorden können. Wenn ein genauer Polsucher auch noch dabei ist, um so besser! Grundsätzlich eignen sich Deutsche Montierungen besser für die Fotografie als z.B. Gabelmontierungen. Wobei man auch mit einer Gabelmontierung fotografieren kann, sie sind aber schwingungsanfälliger als ein Achsenkreuz. Wichtig ist eine elektrische Nachführung in beiden Achsen. Gerade im Feldeinsatz kann man keine Montierung aus Zeitgründen absolut perfekt auf den Himmelspol einstellen. Man kommt daher nicht umhin, ab und zu auch in Deklination nachzuführen. Man sollte aber grundsätzlich eine sehr gute Einnordung anstreben. Dazu muß die mechanische Verstellbarkeit der Montierung ausreichend genau sein. Leider erfüllen die billigen Chinamontierungen diesen Zweck nicht immer. Auf Dauer empfehle ich den Kauf einer qulitativ guten Montierung mit einer ebenso guten Motorsteuerung, wenn man den Wunsch hat, tiefer in die Astrofotografie einzusteigen. Die Scheiner Methode Wenn die Montierung keinen Polsucher hat, z.B. eine Gabelmontierung, gibt es eine Möglichkeit, die Montierung trotzdem genau einzunorden. Diese Methode ist zwar zeitaufwendiger als mit dem Polsucher, aber sehr genau. Zunächst stellt man das Stativ in Waage. Dabei sollte ein Bein nach Norden zeigen. Drücken Sie die Stativbeine mit dem Fuß in die Erde, damit es sich nicht mehr verstellen kann. Legen Sie eine Wasserwaage auf den Stativkopf und verstellen Sie die Beinhöhe solange, bis das Stativ absolut in Waage steht. Setzen Sie dann die Montierung und das Fernrohr auf. Justierung des Azimuts Richten Sie das Fernrohr auf einen Stern im Süden, etwa 45 Grad über dem Horizont. Setzen Sie ein Fadenkreuzokular ein und stellen sie den Stern scharf. Lösen Sie die Stundenachse und richten Sie den waagerechten Faden so aus, dass er bei der (Fein) Bewegung nach rechts und links exakt auf dem Faden läuft. Zentrieren Sie den Stern dann wieder in der Fadenkreuzmitte und lassen das Fernrohr bei geklemmten Achsen nachführen. Nach einiger Zeit werden Sie feststellen, dass der Stern nach oben oder nach unten vom Faden abweicht. Sie müssen nun die Azimut Feineinstellung der Montierung verstellen, bis der Stern nicht mehr vom Faden abweicht. Die Fernrohrachsen dürfen dazu nicht verstellt werden, sondern nur die Azimutschrauben am Montierungssockel! Die Tabelle zeigt, welche Schrauben Sie verstellen müssen, wenn der Stern nach oben oder unten läuft. Das Fadenkreuzokular darf während der gesamten Einjustierung nicht verdreht werden. Jedesmal, wenn Sie eine der beiden Azimutschrauben verstellt haben, ist es nötig, den Stern wieder in die Bildmitte zu stellen. Das dürfen Sie natürlich mit der Feineinstellschraube an der Stundenachse oder an der Deklinationsachse machen. Ein Nachführmotor ist auch hier eine sehr große Hilfe! Azimutverstellung, es wird die ganze Montierung gedreht |
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Polhöhenverstellung, mit den Polhöheneinstellschrauben |
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Wenn Sie die beiden Achsen eingestellt haben, können Sie die Prozedur widerholen, indem Sie mit der Azimutverstellung wieder beginnen. Der Stern wird wieder vom Faden abweichen. Bei mehrmaliger Wiederholung erreichen Sie eine höhere Aufstellgenauigkeit. Wenn der Stern nun mindestens 15 - bis 20 Minuten exakt auf dem Faden läuft, ist die Montierung schon gut aufgestellt. Wenn Sie öfter am gleichen Ort beobachten, sollten Sie sich entsprechende Markierungen an die Montierung und das Stativ machen. Sie ersparen sich viel Zeit beim nächsten Mal! (vielleicht sogar Markierungen für das Stativ auf den Boden machen???) |